Willkommen zu den

Mannesthemen

Was bewegt uns?

Was unterstützt uns?

Was vereint uns?

Sie interessieren sich fürMannesthemen?Beziehungsfragen?Erfahrungsaustausch?Bindungsängste?Sexualitätsthemen?Selbstwertkrisen?Männlichkeit?Dann sind Sie hier richtig.

Diese Website soll eine Plattform für die Themen bieten, die uns Männer meiner Erfahrung nach bewegen. Lassen Sie sich zum Nachsinnen anregen. Vielleicht entdecken Sie sich selbst an der einen oder anderen Stelle wieder oder auch neu. 

Ich verstehe meine Worte nicht als abschließend, vollständig und unanfechtbar. Ich biete Sie Ihnen vielmehr an als Anregung zur Selbstreflexion, als Inspiration für Ihre eigenen Visionen und als Einladung zum inneren und gemeinschaftlichen Diskurs. 

Im Moment befindet sich diese Seite noch im Aufbau. Doch schreiben Sie mir gern Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu Ihren Mannesthemen. Ich werde alle Impulse dankend aufnehmen und in mir bewegen.

Ihr Kristian Ohde.

Hier ein kurzer Überblick, welche Themen ich üblicherweise begleite

Und pop Kultur uns spiegelt ...

Nehmen wir einmal die Männer- Hymne schlechthin, das Lied "Männer" von Herbert Grönemeyer. Darin steckt schon viel Weisheit, jedenfalls einige Anregungen für die erste Annäherung an sogenannte "typische Männerthemen":

Zum Beispiel:

Männer nehmen in den Arm, Männer geben Geborgenheit”*

Wir fühlen uns kräftig und selbstwirksam, wenn wir unsere Liebsten mit einer inneren Haltung von "Ich schütze Dich/Ich halte Dich/Ich unterstütze Dich" in den Arm nehmen. Auch unter Männern stärkt es die gemeinschaftliche Bindung und wirkt befriedend.
Gleichsam klafft gelgentlich eine gewisse Lücke zwischen dem Bedürfnis und der Bereitschaft, Geborgenheit zu geben, und dem Bedürfnis und der Bereitschaft, Geborgenheit zu empfangen. In Partnerschaften ist diese ungleiche Verteilung häufig ein für unsere Partner irritierender Befund.

 

Männer haben Muskeln, Männer sind furchtbar stark”*

Wir nutzen gern die Gelegenheit, uns mit unserer Kraft und Statur zu identifizieren. Obwohl wir wissen, dass Muskelkraft und -masse doch nur die Wirkung eines natürlichen biologischen Prozesses sind, an dem das Hormon Testosteron maßgeblich beteiligt ist. Auch Bartwuchs, Potenz und Libido sowie Antrieb und Ausdauer stehen und hängen mit dem individuellen Testosteronspiegel zusammen. Je nachdem. Die Möglichkeit, das Muskelwachstum zu steuern, wird weithin genutzt und führt zu einer Fülle von Problematiken: Konkurrenz, Suchtthemen, Schönheitswahn, Gesundheitsschäden.
Im späteren Lebenslauf ernüchtert uns die Erfahrung eines nachlassenden Hormonspiegels. Nachlassende Muskelkraft, vermehrte Gewichtszunahme, Verminderung von Libido und sexueller Aktivität, Verstimmungen, Leistungsabfall, Antriebsminderung, Wohlbefindlichkeitsstörungen, geringere Schlafqualität können allesamt Folgen eines - auch nur altersbedingt üblichen - sinkenden Testosteronspiegels sein. Darüber hinaus Einfluss nehmen auf gestörte Stoffwechselprozesse können Stress, Nikotin, Alkohol, Übergewicht und sonstige Belastungen oder Befindlichkeitsstörungen.

Männer sind allzeit bereit, Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit”*

Dieses “allzeit bereit” veranschaulicht für mich eine häufig anzutreffende körperliche und/oder seelische Grundspannung, die manche Männer zur steten Hilfsbereitschaft oder Geschäftigkeit vertugendlichen, die viele andere aber auch als zehrend empfinden. Unter Dauerspannung gesellen sich oft Genervtheit, Reizbarkeit und Ungeduld hinzu. Hierzu scheint die im Liedtext angesprochene Lässigkeit einen Widerspruch zu bilden. Keineswegs. Auch hinter der lässigen Haltung wie auch der souveränen Camouflage oder der gleichmütigen Maske steckt bisweilen eine hiermit überspielte Anspannung, sei es in der Färbung von Ängstlichkeit, Unsicherheit, Zweifeln, Skepsis oder Neid.

Dass wir schließlich zumindest durch Geld bestechen, erscheint einerseits wenig kreativ und ist andererseits anthropologisch betrachtet ein Armutszeugnis. Gleichwohl ist uns die manipulative Zurschaustellung unserer finanziellen Potenz sehr wohl bekannt, wenn auch bisweilen die subtilen Strategien unbewusst bleiben. Auch für die Hintergründe unseres Bedürfnisses nach Geltung, Beachtung oder Würdigung interessieren wir uns zu selten.

 

Männer können alles, Männer machen alles ganz genau”*

Wir Männer können uns für so ziemlich alles interessieren, was man lernen kann. Nur fürs Lernen interessieren wir uns eher selten. Das liegt aber vielleicht eher an unseren vorgegebenen überkommenen Lernumgebungen und der Personalunion von Lehrer und Prüfer. Gleichwohl: Wenn wir einmal interessiert sind, beschäftigen wir uns damit, bis wir es hinreichend beherrschen. Leider haben wir häufig wenig Wahl darüber, welches Interesse uns als Nächstes in seinen Bann zieht. Auch wenn es dafür mitunter erforschbare Hintergründe gibt. Dafür können wir uns auf unsere Detailverliebtheit in technischen, (fan)rituellen und logistischen Beschäftigungen verlassen. Auch ist uns Verbindlichkeit ein hoher Wert und ein starkes Bedürfnis.

In einer Art Meta-Ebene kann ich sozusagen zwischen die Zeilen auch eine leicht mokierende Persiflage hineininterpretieren, eine Überzeichnung unserer (nie dagewesenen ;-) Tendenz zur Übertreibung und Übersteigerung. Und wie sehr können wir uns selbst feiern, verherrlichen, aber auch verteufeln?!

 

Aber auch:

Männer kriegen keine Kinder, Männer kriegen dünnes Haar”*

Kommen wir also zu den Mängeln und Makeln. Und gleich zu mindestens einem sehr wunden Punkt. Leider ist ein hoher Testosteronspiegel kein Garant für üppigen Haupthaarwuchs. Eine missliche Designpanne der Natur. Ob es schließlich als ästhetisches Problem, als Wertminderung auf dem Partnermarkt, als Wettbewerbsnachteil auf der Balz, als ein evolutionärer Fortschritt oder eine archaische Reminiszenz beurteilt oder eingewertet wird, korrespondiert der individuellen Konditionierung auf die einschlägigen Selbsteinwertungsmuster.

Eine der seltenen Zurücksetzungen durch die Natur erfährt der Mann bei der Fortpflanzung. Ich persönlich hätte sehr gern einmal die hormonelle Reise einer Schwangerschaft angetreten. Eine Erfahrung, die mir und uns verwehrt bleibt. (Und mehr als wahrscheinlich hätte auch ich die Safari bis zur Geburt gern mehrfach storniert.) Viele werden sicherlich den Segen des zwar sinnlich berauschenden, aber im Partner- Vergleich eher bescheidenen Beitrags zur gemeinsamen Nachfahrenschaft preisen. Gleichwohl stellt uns die Abhängigkeit unseres Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Hinterlassenschaft von der Unterstützung (gern auch verzerrt als Erlaubnis, Gnade, Herablassung empfunden) der Mutter unseres Kindes vor vielfältige, diverse Herausforderungen in unserer sozialen Reifung.

 

Männer sind auch Menschen, Männer sind etwas sonderbar”*

Wir brauchen bisweilen Nachsicht und Geduld von anderen.

 

Männer weinen heimlich, Männer brauchen viel Zärtlichkeit”*

Unsere zarten, weichen, fragilen und empfindsamen Seiten oder Saiten werden gemeinhin mehr karikiert als einem ernsthaften Diskurs unterworfen. Familiäre, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Repression zur Verhinderung authentischen spontanen Ausdrucks über hunderte Jahre in unserer Kultur haben  kommunikative Strukturen geschaffen, die unseren Ausdruck teils behindern, teils verhindern. Wir brauchen Ermutigung, Ertüchtigung, Anleitung und Ansprache, kurz Unterstützung, um uns tiefer wahrzunehmen, unser inneres Erleben prägnanter zu beschreiben und angemessener zum Ausdruck zu bringen.

Das Bild des heimlich Weinenden und des Zärtlichkeit Entbehrenden schließlich spiegelt auch unsere Mangel- und Einsamkeitserlebnisse. Wie jedes soziale Wesen brauchen wir Kontakt, Austausch, Unterstützung, Trost und Beistand.

 

Oh Männer sind einsame Streiter, Müssen durch jede Wand, müssen immer weiter”*

Der unermüdliche wandbrechende Streiter in uns motiviert immerhin unsere Hartnäckigkeit und Ausdauer sowie Fokussierung. Er birgt allerdings auch ein signifikantes Eskalationspotenzial im Beziehungsleben und vereitelt mitunter manch hehre Absicht. Wir befinden uns dann meist in einem Aufmerksamkeitstunnel und verbeißen uns in Nichtigkeiten, verlieren gern Maß und Muße.  Sowie auch unsere Kontaktfähigkeit und unser Kontaktbedürfnis. Erschöpfungszustände mit charakteristischen Begleiterscheinungen sind eventuell die Folge, möglicherweise hinterlassen wir verbrannte Erde.

Und Rigidität und Streiteslust machen gelegentlich einsam. Abstand ist eine übliche  Immunantwort unseres Gegenübers auf unser starres Beharren. Eine friedliche und streitbare Gemeinschaft braucht eben einen flexiblen Umgang mit Maß und Dosis, Achtsamkeit und Resilienz von jedem.

 

Männer stehen ständig unter Strom [...] Männer lügen am Telefon”*

Wir haben ein vielschichtiges und ambivalentes Thema mit Spannungszuständen, mit zum Teil extremen Spannungszuständen, mit zum Teil chronischen Spannungszuständen. Manchmal nehmen wir unsere eigene Anspannung nicht mehr wahr, weil sie zum ständigen Begleiter geworden ist oder gar schon immer zu unserem Erleben gehörte. Die innere und äußere Anspannung kann schließlich einen Grad erreichen, der viel zu häufig durch Alkohol und andere zerstörerische Mittel auf ein erträgliches Maß reduziert werden soll. Die Kollateralschäden sind erheblich:  gesundheitlich, wirtschaftlich und sozial. Entspannungspraktiken, eine Neuordnung der täglichen Routinen  sowie die kritische Erforschung hinderlicher Glaubenssätze und Einstellungen können nachhaltigere Linderung bieten.

Und zu den Lügen am Telefon: Im Laufe des Lebens den Mut zur Ehrlichkeit zu finden, ist gemeinhin ein hart erarbeiteter Reifungsfortschritt, der durch lehrreiche Beziehungserfahrungen und mannigfaltige Prüfungen gelenkt wird. Bei dem einen oder anderen dauert es auch mal länger. So wie ich viele Männer kennenlerne, ist Ehrlichkeit ein grundsätzlich hoher verbindlicher Wert. Dennoch wird so manch keimender Mut durch die Angst sabotiert, dem Gegenüber eine schmerzende Wahrheit zuzumuten und eine unangenehme Reaktion hervorzurufen.

 

Oh Männer sind so verletzlich, Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich”*

Für mich ist die Betonung unserer Verletzlichkeit die Kernaussage im ganzen Lied. Wer sich schon einmal privat oder beruflich mit (Lebens-) Veränderungsprozessen auseinander gesetzt hat, der kennt die ungemeine Chance, die mit dem Wahrnehmen, Akzeptieren und Zeigen der eigenen Verletzlichkeit einhergeht. Der Königsweg in der persönlichen Reifung. Und siehe da: Wenn die harte Schale einmal abgeschmolzen ist, flattert so mancher bunter Falter facettenreich durch die Welt.

Zur zweiten Aussage habe ich nichts hinzuzufügen. :)

 

Und schließlich:

Männer haben's schwer, nehmen's leicht, Außen hart und innen ganz weich”*

Werden als Kind schon auf Mann geeicht”*

Wann ist ein Mann ein Mann?”*

*Herbert Grönemeyer, “Männer”; Album “Bochum”, 1984.

Wenn die Welt sich zu schnell zu drehen scheint ...

... hilft es, die Perspektive zu wechseln.